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Sie heute den Kirchenvorplatz betreten, sehen Sie vor den Eingängen
jeweils ein Symbol. Vor dem linken Eingang eine Rose, vor dem Haupteingang
eine gotische Rosette, vor dem rechten Eingang ein Tau. Alle drei
Symbole deuten auf das Kircheninnere hin.
Die
Rose als Zeichen für die Hl. Maria.
Wenn Sie den linken Eingang wählen, gehen Sie in der Kirche
auf den Marienaltar zu.
Die
gotische Rosette als Zeichen des gesamten Kirchenraumes
und als ein Symbol für die Dreifaltigkeit.
Wenn Sie den mittleren Eingang wählen, nehmen Sie in der
Kirche als erstes den Gesamteindruck des gotischen Raumes wahr
und richten Ihren Blick auf den Altarraum mit den großen
Fenstern, in der Mitte Jesus am Kreuz als das dominierende Element
der Dreifaltigkeitsdarstellung des gesamten Fensters.
Das
Tau als Segenszeichen des Hl. Franzikus
Wenn Sie den rechten Eingang wählen, richtet sich Ihr Blick
auf den Franziskusaltar.
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gotische Fensterrose:
Fensterrosen sind seit dem 12. Jh. bei spätromanischen und
gotischen Prachtbauten, wie Kirchen und Rathäusern, üblich,
insbesondere über den Portalen und bei Kirchen in der Mitte
der Westfassade. Auch über dem Haupteingang unserer Kirche
befindet sich eine solche Fensterrose. Das Rund des Fensters deutet
auf Gott hin, ohne Anfang und Ende. Das Fenster wird von zwei
Metallstäben durchkreuzt, Jesus, der am Kreuz für uns
gestorben ist. Vom Kreuz ausgehend finden sich 4 Rundbögen,
wie Strahlen, die vom Kreuz ausgehen. Wenn am Abend die Sonne
untergeht, fallen ihre letzten Strahlen durch das Fenster und
tauchen das gesamte Kircheinnere in ein warmes Licht, ursächlich
gespeist von den roten Rundbögen um das Kreuz.
Ähnlich wie bei uns in Riemke findet sich auch in der Westfassade
der Basilika S. Francesco in Assisi eine große gotische
Rosette.
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Die Rose:
Als Rose ohne Dornen, ist die Pfingstrose bekannt. Sie wird zu
einem Mariensymbol neben zahlreichen anderen Symbolen, die versuchen,
die Gestalt Marias darzustellen. Die Braut des Hohenlieds wird
gleichgesetzt mit der Darstellung Marias im Rosengarten.
Andere einfache Symbole, die früher anstelle der Gottesmutter
wiedergegeben wurden, waren u. a. ein Brunnen, als Quell des Lebens,
Sonne, Mond und Sterne und verschiedene Blumen: Akelei, Iris,
Lilie, Maiglöckchen, Rose und Veilchen usw. Aber auch Tiere
können in der Symbolsprache Maria vertreten, etwa der Pelikan,
der Vogel Strauß, dessen Eier die Sonne ausbrütet,
und die Fabeltiere Einhorn und Phönix.
Für den Kirchenvorplatz haben wir das Symbol der Rose ausgewählt.
Sie wird auch dargestellt im Fenster der Wallfahrtsbasilika in
Neviges, zu der traditionell viele Wallfahrten von unserer Gemeinde
aus gehen.
Gleichzeitig findet sich die Rose in einer Legende, die sich
um die Beziehung zwischen dem Hl. Franziskus und der Hl. Klara
dreht. Im sog. Rosenwunder wird erzählt, dass bei einer Begegnung
der beiden im Winter die Heckenrosen angefangen haben zu blühen.
Auch hier wird die Rose als Symbol für die Reinheit, Schönheit
und Unverletzlichkeit der Liebe zwischen Menschen und zwischen
Gott und den Menschen verwendet.
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Das Tau:
Das Tau ist ein Zeichen, das der Hl. Franziskus besonders geliebt
hat. Er hat es unter Briefe geschrieben oder auch an die Wände
von Kirchen gemalt. Im hebräischen Alphabet ist das Taw (griechisch:
Tau) der letzte Buchstabe, hat somit den Charakter des Endgültigen
und kann auch als Segenszeichen verstanden werden.
Das Tau ist der Anfangsbuchstabe des griechischen Wortes "tapeinos"
(=demütig, niedrig) und ist von daher für Franziskus vielleicht
auch Ausdruck einer ganz bestimmten Haltung und Lebensweise. Franziskus
bezeichnet sich selbst oft als "Minderbruder". In Messbüchern
wird die Initiale T des "Te igitur" im Hochgebet oft als
Kreuz gestaltet. Diese Kreuzesform des Tau war sicherlich auch für
Franziskus wesentlich: Das Kreuz als Zeichen für die Nachfolge
Jesu. Damit bekundet der Hl. Franziskus durch das Setzen dieses
Zeichens den Sinn, das Ziel und die Art seines Lebens. Er bezeugt,
dass er sich von Gott getragen, geliebt und erlöst wusste und
versuchte durch sein Leben in Hingabe, Einfachheit, Vertrauen und
Liebe Jesus nachzufolgen
Wenn Sie nach dem Besuch der Gottesdienste heraustreten, fallen
Ihnen zunächst die roten Linien auf, die die große
Fläche unterteilen. Sie erinnern an ein Netz, das ausgelegt
ist, geknotet durch die drei Symbole: Rose, gotische Rosette und
Tau. Mittelpunkt des gesamten Platzes ist aber die Kirche selbst.
Kirche lebt nicht nur innerhalb des Gebäudes, sondern gerade
auch in Gemeinde, im Alltag und sie wirkt nach draußen und
auf andere Menschen hin. Das Netz ist weit ausgelegt und lässt
Raum für eigene Kreativität.
Die sich auf dem Kirchenvorplatz widerspiegelnde Symbolik des
Inneren unserer Kirche, lädt ein zur Mitte, zum Zusammenkommen
und Gottesdienstfeiern, und - auch wenn die Kirchtüren geschlossen
sind - bietet der Platz die Möglichkeit zu verweilen, auszuruhen
und vielleicht sogar zu beten.
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